Nachhaltigkeit, Partner

Stärken stärken mit Brigitte Marx-Lang

Heute im Gespräch mit Frau Brigitte Marx-Lang: Coach fP, Lehrbeauftragte der evangelischen Hochschule Darmstadt, gefragte Medienexpertin und Gründerin und Chefin der Gesellschaft für Perspektivenentwicklung in Ober-Ramstadt. Regelmäßig im Jahr ist sie im Auftrag der Diakonie Hessen als Coach zu Gast bei uns im Spenerhaus.

Brigitte Marx-Lang, Gründerin Gesellschaft für Perspektivenentwicklung

Frau Marx-Lang, wir sind neugierig IHRE ganz persönliche Karriere kennenzulernen. Wie fing alles an?

„Anfang der Achtziger des letzten Jahrhunderts hatte ich die Idee zu einer Firma, in der man sich zu allen beruflichen und damit verbundenen privaten Themen informieren kann, man erfahren kann, welche Stärken man hat und was einen unverwechselbar macht – die Vision zu meinem späteren Unternehmen war geboren, lange bevor es in Deutschland den Begriff Coaching gab. Am Anfang bezog ich mich auf Einzelpersonen, bald entdeckten auch Organisationen und Unternehmen meine Dienstleistung und engagierten mich.“

“Stärken stärken” wie sieht das konkret in der Praxis aus? Wie findet jeder von uns seine ganz eigenen Stärken. Meist erinnern wir uns ja an unseren Schwächen…

„Unbewusstes bewusst machen!“

„Stärken werden verstärkt, indem man sie bewusst macht – das geschieht in unserer Gesellschaft zu wenig. Ich habe eine Methode entwickelt, mit der man das Unbewusste bewusst machen kann, und als individuelles Stärkenpaket für sich nutzbar macht. Versuchen Sie bitte, sich an Ihre Berufsträume zu erinnern, die Sie im Alter von ca. sechs Jahren hatten – und dann kommen Sie zu mir in die Beratung.“

“Wir entwickeln Spitzenkräfte!” Ein Marketing-Versprechen oder Ihre Stärke?

„Meine Stärke. Denn wenn Sie Ihre Stärken kennen und sie im Beruf umzusetzen wissen, werden Sie fokussierter und motivierter, selbstbewusster und tatkräftiger, und damit zu einer Spitzenkraft.“

Coaching mit Tieren und Hengsten für Führungspersonen: wie können wir uns das vorstellen?

Coaching mit Pferden, Hunden und Katzen für Führungpersönlichkeiten

„Pferde, Hunde, ja, selbst meine Katze, sind uns in der Wahrnehmung der menschlichen Körpersprache um Längen voraus und erkennen, welche unbewussten Absichten hinter unseren Handlungen stehen. Durch ihre Reaktion zeigen sie mir, was sie gesehen haben, und das nutze ich für die Arbeit: Ist jemand wirklich so reflektiert und durchsetzungsfähig bei gleichzeitiger Empathie, dass sie oder er für eine Führungsrolle geeignet ist? Wenn nein, wie kann das verbessert werden? Ist die Besserung eingetreten? Das Tier zeigt sofort die menschliche Veränderung; ein tierisches Feedback wird leichter angenommen, denn es ist nicht verletzend. So wird die Verhaltensänderung als Erfolg wahrgenommen und führt zur nachhaltigen Entwicklung der Persönlichkeit – Coaching mit Tieren ist also effizienter.“

Sie sind Lehrbeauftragte der evangelischen Hochschule in Darmstadt. Welche Rolle spielt die Religion, die Kirche, der Schöpfungsgedanke in ihrer Arbeit mit Menschen.

„Wir sind alle Glieder eines Leibes!“

„Durch meinen Glauben bin ich in meiner grundsätzlichen Haltung alles Lebendigen gegenüber bestärkt: Ich mag Menschen (und auch Tiere) vorbehaltlos, denn ich glaube an den Sinn des Lebens, an eine persönliche Aufgabe, die alle Lebewesen haben. Daneben habe ich durch meine Arbeit eine tiefe Demut gegenüber den Selbstheilungskräften der Seele entwickelt und glaube, dass wir alle danach streben, heil zu werden um lieben zu können“.

Sie lehren im Masterstudiengang „Non-Profit-Management“. Eine Herzensangelegenheit von Ihnen Mitarbeiter und Führungspersönlichkeiten für Non-Profit-Organisationen zu qualifizieren?

Natürlich!

Frau Marx-Lang coacht regelmäßig im Auftrag der Diakonie Hessen

Welchen Stellenwert haben für Sie diese Organisationen in unserer Gesellschaft? 

„Sie sichern die Partizipation. Nehmen Sie die Diakonie, die Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, wieder in deren Mitte integrieren. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass wir alle das Bedürfnis haben, einen Beruf auszuüben, der diese Bezeichnung verdient, und in den alle unsere Fähigkeiten und Stärken münden. Die Diakonie kümmert sich z.B. darum, dass das auch für Menschen möglich wird, die am ersten Arbeitsmarkt zu wenig Chancen haben.“

Perspektivenentwicklung auch für Kinder und Jugendliche. Ab diesem Jahr Teil Ihres Portfolios. Sind unsere Kinder heute so orientierungslos, ganz ohne Lebensperspektiven, dass dieses Angebot nötig ist?

Welcher Beruf, welches Studium passt zu mir? Eine von vielen Fragen junger Menschen

„Ich arbeite schon seit 2003 mit Kindern und Jugendlichen, zunächst auf Bitten von Eltern, die bei mir in Beratung waren und jemanden suchten, die einen Überblick über den Arbeitsmarkt hat und unparteiisch ist. Daraus entwickelte sich eine befriedigende Arbeit, ich berate junge Menschen zu: “Welcher Beruf/welches Studium passt zu mir?”. Dabei mache ich auch hier – wie oben angesprochen – unbewusste Stärken bewusst und es ergibt sich das individuelle Kompetenzpaket; ich weiß, wo das im Erwerbsleben seinen Ort hat und wie dieser Mensch mit seinen Bedingungen da hin kommt. Voila´´, und schon wandelt sich die Orientierungslosigkeit. Seit 2019 biete ich dazu eine Ausbildung an, den systemischen Kinder- und Jugendcoach fP“

Als gefragte Medienexpertin sind Sie viel unterwegs, nicht nur in Deutschland! Wonach wählen Sie Ihre Hotels und Unterkünfte aus?

„Ein Sternehotel brauche ich nicht, aber eines mit Atmosphäre, an dessen Mitarbeitende ich mich auch nach Monaten gern erinnere.“

Was zeichnet ein gutes Tagungshotel aus? „Auf was könnten Sie mit ihren Seminarteilnehmern am ehesten verzichten? Was ist das ultimative “Must Have”?

Erholung, Rückzug im Klosterhof des Dominkanerkloster

Zugewandte Mitarbeitende, die verstehen, dass ich abends erschöpft bin, Rückzugsmöglichkeiten, und frisch gekochtes Essen. Verzichten kann ich auf Massenabfertigung und Snackbars auf den Fluren. Das ultimative Must have ist allerdings Atmosphäre, bzw. Unverwechselbarkeit, weil das die Lernbereitschaft und Nachhaltigkeit sichert.“

Kommen wir zurück auf die Stärken. Was schätzen Sie am Spenerhaus als Hotel- und Tagungszentrum in Frankfurt am Main. Wo liegt Ihrer Meinung nach unsere Stärke, wie können wir diese für die Zukunft stärken?

Das Spenerhaus – ein unaufdringlich evangelisches Haus in zentraler Lage im Herzen von Frankfurt am Main

„Es ist ein unaufdringlich evangelisches Haus, was sich in der Innenarchitektur und im Umgang miteinander ausdrückt, beides ist herzlich, wohltuend zurück genommen und Reiz reduziert, was ich nach einem anstrengenden Seminartag zu schätzen weiß; daneben liebe ich die Lage – in wenigen Schritten bin ich am Main oder in der Schirn, und kann rasch Erholung finden.“

Wie definieren Sie ihr persönliche Stärke, was macht Sie glücklich, woher Schöpfen sie immer wieder Kraft?

„Meine Stärke ist mein Bedürfnis nach der Begegnung mit Menschen der unterschiedlichsten Herkünfte, und meine Fähigkeit, von ihnen zu lernen. Aus Begegnungen schöpfe ich Kraft und sie machen mich glücklich. Da ist mein Beruf natürlich ideal!“

Wann dürfen wir Sie wieder bei uns im Spenerhaus begrüßen?

„Im Spätsommer!“

Wir freuen uns auf Sie, Frau Brigitte Marx-Lang und danken Ihnen in Namen des ganzen Teams für das angenehme Gespräch! Auf bald.

Das Team vom Spenerhaus, April 2019