GASTLICHKEIT FÜR MENSCH UND NATUR: Druckfrisch und klimaneutral – der 2. Nachhaltigkeitsbericht mit knapp 30 Seiten liegt jetzt vor. Heute erfolgte die persönliche Übergabe der Druckexemplare an Tanja Eckelmann, Leiterin des Spenerhauses durch Dr. Alexandra von Winning von Lust auf besser leben als Kooperations- und Netzwerkpartner.

GASTLICHKEIT FÜR MENSCH UND NATUR! Der 2. Nachhaltigkeitsbericht liegt vor! Foto: Dr. Alexandra von Winning von lust auf besser leben (links) und Tanja Eckelmann, Leiterin des Spenerhaus

 

2 Jahre sind seit unserem letzten Nachhaltigkeitsbericht vergangen. In dieser Zeit haben wir weiter intensiv an der Fragestellung gearbeitet, wie wir wirtschaftliches Handeln und die Bewahrung der Schöpfung in Einklang bringen können. Ausgehend von dem Begriff “WERT-Schätzung” haben wir den Dialog mit unseren Gästen, Mitarbeitern und Lieferanten intensiviert. “Welche Dinge gilt es WERT-zu-schätzen?”, “Was ist euch WERT-voll?”, “wie möchtet ihr WERT-volles behandelt wissen?”, so Tanja Eckelmann in ihrem Vorwort.

 

 

30 Seiten Nachhaltigkeit: druckfrisch & klimaneutral!

Der 2. Nachhaltigkeitsbericht gibt einen umfänglichen Einblick in bisher Erreichtes sowie die nachhhaltige Entwicklung der Zukunft in den jeweiligen Handlungsfeldern. Auf den erreichten Fortschritten möchte sich das Spenerhaus natürlich nicht ausruhen. Die Meilensteine verstehen wir vielmehr als Ansporn dafür, uns weiter für nachhaltige Gestaltung unseres Hotel- und Tagungszentrum in Fankfurt am Main einzusetzten. Getreu unseres Mottos: “Eine den Menschen und der Umwelt dienende, herzliche Gastlichkeit ist unser Ziel!”

 

Für unsere Gäste im Hotel und Tagungszentrum liegt ein persönliches Exemplar an unserer Rezeption aus! Online zum Downloaden finden Sie die Nachhaltigkeitsberichte unter

https://www.spenerhaus.de/unser-umweltmanagementsystem/

Herausgeber des Nachhaltigkeitsberichtes ist der Evangelische Regionalverband Frankfurt und Offenbach.

Über Lust auf besser leben!

Das Spenerhaus ist Botschaft von lust auf besser leben

“Wir möchten die globalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 alltagstauglich machen. Deshalb fördern wir als gemeinnütziges Unternehmen mit unseren Angeboten im ideellen und Dienstleistungsbereich nachhaltiges Handeln in Wirtschaft und Gesellschaft – unabhängig und lokal verwurzelt in Frankfurt”, so Alexandra von Winning.

“Wir unterstützen eine nachhaltige Entwicklung vor Ort durch unseren Webguide für nachhaltiges Leben und Einkaufen, durch Kampagnen in den Bereichen Quartiers- und Regionalentwicklung, Konzepte und Projekte zu Themen wie „Inklusion“, „Plastikfrei“ oder „Klimaschutz“ ebenso wie mit „Good Growth“ – unser Beratungs- und Bildungsportfolio mit besonderem Schwerpunkt auf beteiligungsorientierte Prozesse.”
Februar 2019

Seit 2005 bezieht das Spenerhaus Kaffee, Tee- und Schokoladenspezialitäten von der GEPA Fair Trade Company. Heute sind wir im Gespräch mit Frau Petra Münchmeyer, stellvertr. Vertriebsleiterin, Key Account Managerin Außer-Haus-Service der GEPA – Fair Trade Company!

 

Frau Münchmeyer: Was können wir nach der nun fast 15-jährigen Zusammenarbeit Ihrer Meinung nach optimieren?

Petra Münchmeyer, stellvertr. Vertriebsleiterin, Key Account Managerin Außer-Haus-Service der GEPA (Foto: GEPA/C.Schreer)

“Das Spenerhaus ist einer unserer Vorzeigekunden. Hier wird ja schon sehr lange mit Herzblut gelebt und die GEPA-Produkte werden schon lange eingesetzt. Immer wieder werden neue Dinge ausprobiert. Einen angenehmeren Kunden kann ich mir nicht wünschen und die persönliche Beziehung zu Frau Eckelmann und Ihrem Team passt einfach. Ich sehe hier nicht mehr viele Optimierungs-Möglichkeiten.”

Herzlichen Dank dafür, das freut uns sehr ! Vielen Menschen ist „GEPA“ ein Begriff. Die wenigsten kennen aber den Ursprung! Wie kam es zu dem Namen?

Die Geburtsstunde der GEPA war am 14. Mai 1975 als der Gesellschaftsvertrag vom Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED), Misereor und der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft der Dritte Weltläden unterzeichnet wird. Die GEPA ist weiterhin kirchlich getragen: MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Der Name GEPA steht für Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt.

GEPA – The Fair Trade Company gilt laut Wikipedia als der größte europäische Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern der Welt. „Südlicher Länder“? Stimmt das so, was müssen wir uns darunter vorstellen? Welche Produkte, welche Länder?

Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Wichtigstes Absatzprodukt sind nach wie vor Kaffee und Schokolade. Weitere Produkte sind beispielsweise Tee, Honig, Wein, Saft, Nüsse, Reis, Nudeln. Aus Deutschland beziehen wir fair gehandeltes Miclhpulver für unsere Schokoladen von den Milchwerken Berchtesgardener Land.

Wie lauten die wesentlichen Kernziele der GEPA?

Erstens: Benachteiligte Produzentengruppen im Süden fördern! Zweitens: Verbraucher im Norden zu einem anderen Einkaufsverhalten und einem anderen Lebensstil motivieren!, Drittens: Welthandelsstrukturen durch konkrete Alternativen, Lobbyarbeit und politische Arbeit beeinflussen und verändern. Wir möchten in Zukunft hierfür wieder politischer werden. Mit allen Mitgliedern des Forums Fairer Handel setzt sich die GEPA dafür ein, dass die Bundesregierung die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen in globalen Lieferketten jetzt verbindlich festschreibt und begrüßt auch die Initiative des Bundesentwicklungsministeriums zu einem Wertschöpfungskettengesetz.

Ist GEPA ein gewinnorientiertes Unternehmen oder sprechen wir von einer Non-Profit-Organisation?

Die GEPA ist eine GmbH. Wir müssen uns selbst tragen und erhalten keine Zuschüsse. Profit steht nicht im Zentrum ihres Handelns und von den Gesellschaftern werden keine Gewinne entnommen.Der Anspruch der GEPA ist, wirtschaftlich zu handeln und gleichzeitig Zeichen zu setzen für eine andere Weltwirtschaft.

Was zeichnet die GEPA Produkte im Besonderen aus?

Bio und fair: Rund 84 Prozent unserer Produkte sind aus geprüft ökologischem Anbau. Zukunft für Kinder: Bessere Chancen für Kinder durch besseren Verdienst der Eltern. Hoher Fair Handelsanteil: Unsere Mischprodukte wie Schokolade und Dragees haben einen sehr hohen Fair Handelsanteil. Viele GEPA-Schokoladenprodukte enthalten bereits zu 100 % fair gehandelte Zutaten. Was drauf steht, ist drin: Die Rohwaren, die wir fair eingekauft haben, sind auch nachweislich im Produkt enthalten. Unser Beitrag zum Klimaschutz: Unseren CO2-Verbrauch lassen wir messen und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz bei unseren Handels-partnern im Süden. Bei unserem Partner ATC auf den Philippinen wurden mehr als 40.000 Bäume gepflanzt. Kooperation mit der Klimakollekte: Die Emissionen des Schiffstransportes unseres Kaffeesortimentes kompensieren wir über die Klimakollekte und finanzieren energieeffiziente Öfen bei unserem Kaffee-Partner KCU in Tansania. Handelspartner-Fonds: Die GEPA hat seit 2017 für ihre Partner einen Fonds eingerichtet, mit dem Kleinprojekte bei den Handelspartnern gefördert werden können (u.a. Klimaschutz-, Menschenrechts- und Bio-Umstellungsprojekte). Heimkompostierbare Innenfolie bei GEPA-Schokoladen.

Was bedeutet Fair Trade plus als hauseigenes Gütesiegel? Ist dieses eine Marketingmaßnahme der GEPA, um sich vom wachsenden Wettbewerb innerhalb des Fairen Handelns abzusetzen. Oder steckt mehr dahinter?

100% fairer Handel garantiert GEPA Fair Plus!

Fair plus“ ist ein Zusatzzeichen zum GEPA-Logo. Die GEPA ist eine Handelsmarke.fair plus“ heißt für uns: Wir leisten in vielen Bereichen mehr, als die allgemeinen Fair-Handelskriterien verlangen. Die GEPA betreibt zu 100 Prozent Fairen Handel – im Gegensatz zu Mitbewerbern, die nur einen Teil ihres Sortiments zu fairen Bedingungen anbieten. Fairer Handel ist also einziger Unternehmenszweck. Sie hat sich ebenfalls nach dem Garantie-System der WFTO (World Fair Trade Organization) überprüfen lassen.
Damit unterscheidet sie sich von Unternehmen, die nur einige wenige Produkte ihres Sortimentes zu international anerkannten Fair-Handelskriterien anbieten.Zum Vergleich: Würden sich Konzerne nach dem WFTO-Guarantee-System überprüfen lassen, müssten alle ihre Produkte nach den zehn Grundprinzipien der WFTO hergestellt werden. Nicht nur das: Die gesamte Unternehmenstätigkeit müsste diesen Kriterien entsprechen. So müsste der Konzern faire (z.B. tarifgebundene) Gehälter zahlen, Betriebsräte erlauben und den Arbeitnehmer/-innen Weiterqualifizierungsmöglichkeiten bieten.Näheres zu Fair plus-Zeichen unter:

Wofür steht die GEPA heute im Vergleich zu den Anfängen?

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2014 für GEPA!

Die GEPA ist inzwischen die Marke des Fairen Handels und dafür vielfach ausgezeichnet worden, u.a. als „Deutschlands nachhaltigste Marke“ (Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2014). Seit Anfang der 90er-Jahre ist sie neben den Weltläden auch im Lebensmittelhandel, Bio- und Naturkosthandel sowie im Außer-Haus-Bereich.

 

Welche Rolle spielen heute noch die Weltläden? Wie viele Weltläden gibt es in Deutschland, welcher gehören originär zu GEPA? Sind Sie in Frankfurt vertreten?

Weltläden sind nach wie vor die ideelle Säule des Fairen Handels und unverzichtbar für die GEPA, insbesondere ihre inhaltliche Arbeit, den Gedanken des Fairen Handels zu vermitteln. Es gibt heute rund 800 Weltläden und 100.000 Ehrenamtliche. Die GEPA hat keine eigenen Weltläden. In Frankfurt vertreibt beispielsweise Weltladen Bornheim GEPA-Produkte.

Weltladen in Frankfurt/Bornheim auf der Berger Straße

Worauf sind Sie stolz?

Wir sind Pionier im Fairen Handel. Die GEPA hat seit ihrer Gründung 1975 nichts von ihrer Innovationskraft eingebüßt. „Fair“, „nachhaltig“ war sie schon immer, lange bevor beides „salonfähig” war. Bereits 1977 verpflichtete sie sich mit eigenen Kriterien zur sozialen und umweltverträglichen Produktion. Kampagnen wie „Jute statt Plastik“ haben Zeitgeschichte geschrieben. Heute verbindet die GEPA Solidarität mit Qualität: GEPA-Kaffees gehören zu den besten des Landes. 2011 stellte die GEPA unter dem Motto „Rundum fair: Süd trifft Nord“ Schokolade mit fairer Milch vor. Die GEPA hat die Messlatte immer höher gelegt, geht mit ihrer Fair plus-Strategie oft über die internationalen Standards des Fairen Handels hinaus.

Wie sieht die Zukunft aus? Haben Sie konkrete Maßnahmen geplant?

GEPA-Geschäftsfüher Peter Schaumburger bei der Eröffnung von „The Good Coffe“-Cafe in Frankfurt

Wir haben unser Teesortiment komplett überarbeitet. Trotz einer zunehmenden Anzahl von Mitbewerbern sehen wir für uns noch großes Wachstumspotenzial, denn es entwickelt sich gerade eine ganz neue Teekultur in Deutschland. In den Großstädten entstehen neue Teehäuser, die einen Teekonsum jenseits des Teebeutels zelebrieren.Wir haben dafür die entsprechende Teekompetenz und können im Sinne unserer Handelspartner auch größere Mengen absetzen, um deren Lebensbedingungen zu verbessern. Deshalb möchten wir unsere Position in diesem Segment deutlich ausbauen und dies durch massive Kommunikation in den kommenden Jahren begleiten. Tee soll hier unser drittes Standbein werden nach Kaffee und Schokolade. TPI ist für uns dabei der wichtigste Partner. Wir möchten mit Kaffee neue Vertriebswege erschließen, zum Beispiel im Buchhandel. Wir möchten eigene Cafés starten. Beispiel: „The Good Coffee“ – die GEPA hat sich an Cafés der AwakeSocial Coffee Company in Mainz und Frankfurt beteiligt –im Juni wurden die Cafés mit einem neuen Café-Konzept unter Marke GEPA eröffnet.

In unserem Tagungs- und Veranstaltungsbereich kommen ebenfalls nur GEPA-Spezialitäten zum Einsatz. Wie setzt sich hier das Sortiment zusammen. Was sind die Bestseller?

Das Spenerhaus setzt auf Caparica Filterkaffee in seinem Tagunszentrum

Einer unserer am besten verkaufen Kaffees in diesem Segment ist der Caparica Filterkaffee, der ja auch im Spenerhaus eingesetzt wird. Für Vollautomaten eigenen sich hier besonders die Espressi-Sorten Fuego und Marina, sowie als Kaffee Crema unser Grano und Rico. In diesem Geschäftsbereich wird auch sehr viel Tee umgesetzt, der seit Mai dieses Jahres im kompostierbaren Teekuvert angeboten wird.

Neben den Kaffee- und Tee erfreuen sich unsere Gäste auch an den GEPA-Schokoladenspezialitäten. Was ist das Besondere an GEPA-Schokolade?

Wir zahlen Preise deutlich über Weltmarkt und Fairtrade-Standards hinaus. Beispielweise haben wir letztes Jahr bis zu 79 Prozent über Weltmarktpreis gezahlt. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern in der Branche wenden wir also trotz des höheren Mehraufwands keinen Mengenausgleich an. D.h. die zu fairen Bedingungen produzierten Kakaobohnen sind auch tatsächlich in der Schokolade enthalten (s. unseren Slogan „Von der Bohne bis zur Tafel fair“). Über 90 Prozent unserer Schokoladen sind biozertifziert, viele tragen außerdem das Naturland Zeichen. Faire Bio-Alpenmilch und faires Bio-Palmfett in unseren gefüllten Schokoladen sorgen für Fair Handelsanteile bis zu 100 Prozent.

Der echte Nikolaus von GEPA: Bio-Vollmlichschokolade

Wir lassen unsere Schokoladen sorgfältig conchieren. So können wir auf Emulgatoren wie Soja-Lezithin verzichten, die gentechnisch verändert sein können. Die Innenwickel unserer Schokoladenfolie sind neuerdings heimkompostierbar. Die GEPA Kakaobutter wird entweder aus GEPA-Bohnen hergestellt oder als Halbfertigerzeugnis aus dem Ursprung von ElCeibo in Bolivien importiert.

Sind die weiteren Produkte aus Ihrem Sortiment wie z B. Getreideprodukte oder auch Bio-Limonaden nicht für die Gastronomie bzw. für den Außer Haus Service geeignet?

Unsere Getreideprodukte können sehr gut im Außer-Haus-Bereich angeboten werden. Der verkaufsstarke Hom Mali Reis ist auch im 5kg Gebinde erhältlich. Die Bio-Limonaden sind äußerst lecker, hier arbeiten wir gerade an einem verbraucherfreundlichen Pfandsystem.

Das letze Mal war GEPA im Rahmen ihrer Pressekonferenz „Von der Bohne bis zur Tafel fair “ zu Gast im Spenerhaus. Wann beehren Sie uns wieder?

GEPA-Pressekonferenz im Spenerhaus: „Von der Bohne bis zur Tafel fair!“ mit Tanja Ecklemann, Leiterin des Spenerhaus (2.v.l. im Bild)

In der Tat hatten wir schon länger keine Tagung mehr bei Ihnen im Haus, aber dies ist ein guter Hinweis darüber nachzudenken. Aufgrund der ausgezeichneten Gastfreundschaft und der optimalen und zentralen Lage des Spenerhauses freuen wir uns immer, wenn wir bei Ihnen zu Gast sein dürfen.

Wir freuen uns darauf! Zunächst ganz herzlichen Dank für das Gespräch, liebe Frau Münchmeier!

Heute im Gespräch mit Frau Brigitte Marx-Lang: Coach fP, Lehrbeauftragte der evangelischen Hochschule Darmstadt, gefragte Medienexpertin und Gründerin und Chefin der Gesellschaft für Perspektivenentwicklung in Ober-Ramstadt. Regelmäßig im Jahr ist sie im Auftrag der Diakonie Hessen als Coach zu Gast bei uns im Spenerhaus.

Frau Marx-Lang, wir sind neugierig IHRE ganz persönliche Karriere kennenzulernen. Wie fing alles an?

„Anfang der Achtziger des letzten Jahrhunderts hatte ich die Idee zu einer Firma, in der man sich zu allen beruflichen und damit verbundenen privaten Themen informieren kann, man erfahren kann, welche Stärken man hat und was einen unverwechselbar macht – die Vision zu meinem späteren Unternehmen war geboren, lange bevor es in Deutschland den Begriff Coaching gab. Am Anfang bezog ich mich auf Einzelpersonen, bald entdeckten auch Organisationen und Unternehmen meine Dienstleistung und engagierten mich.“

“Stärken stärken” wie sieht das konkret in der Praxis aus? Wie findet jeder von uns seine ganz eigenen Stärken. Meist erinnern wir uns ja an unseren Schwächen…

„Stärken werden verstärkt, indem man sie bewusst macht – das geschieht in unserer Gesellschaft zu wenig. Ich habe eine Methode entwickelt, mit der man das Unbewusste bewusst machen kann, und als individuelles Stärkenpaket für sich nutzbar macht. Versuchen Sie bitte, sich an Ihre Berufsträume zu erinnern, die Sie im Alter von ca. sechs Jahren hatten – und dann kommen Sie zu mir in die Beratung.“

“Wir entwickeln Spitzenkräfte!” Ein Marketing-Versprechen oder Ihre Stärke?

„Meine Stärke. Denn wenn Sie Ihre Stärken kennen und sie im Beruf umzusetzen wissen, werden Sie fokussierter und motivierter, selbstbewusster und tatkräftiger, und damit zu einer Spitzenkraft.“

Coaching mit Tieren und Hengsten für Führungspersonen: wie können wir uns das vorstellen?

„Pferde, Hunde, ja, selbst meine Katze, sind uns in der Wahrnehmung der menschlichen Körpersprache um Längen voraus und erkennen, welche unbewussten Absichten hinter unseren Handlungen stehen. Durch ihre Reaktion zeigen sie mir, was sie gesehen haben, und das nutze ich für die Arbeit: Ist jemand wirklich so reflektiert und durchsetzungsfähig bei gleichzeitiger Empathie, dass sie oder er für eine Führungsrolle geeignet ist? Wenn nein, wie kann das verbessert werden? Ist die Besserung eingetreten? Das Tier zeigt sofort die menschliche Veränderung; ein tierisches Feedback wird leichter angenommen, denn es ist nicht verletzend. So wird die Verhaltensänderung als Erfolg wahrgenommen und führt zur nachhaltigen Entwicklung der Persönlichkeit – Coaching mit Tieren ist also effizienter.“

Sie sind Lehrbeauftragte der evangelischen Hochschule in Darmstadt. Welche Rolle spielt die Religion, die Kirche, der Schöpfungsgedanke in ihrer Arbeit mit Menschen.

„Durch meinen Glauben bin ich in meiner grundsätzlichen Haltung alles Lebendigen gegenüber bestärkt: Ich mag Menschen (und auch Tiere) vorbehaltlos, denn ich glaube an den Sinn des Lebens, an eine persönliche Aufgabe, die alle Lebewesen haben. Daneben habe ich durch meine Arbeit eine tiefe Demut gegenüber den Selbstheilungskräften der Seele entwickelt und glaube, dass wir alle danach streben, heil zu werden um lieben zu können“.

Sie lehren im Masterstudiengang “Non-Profit-Management”.

 

Eine Herzensangelegenheit von Ihnen Mitarbeiter und Führungspersönlichkeiten für Non-Profit-Organisationen zu qualifizieren?

Natürlich!

Welchen Stellenwert haben für Sie diese Organisationen in unserer Gesellschaft? 

„Sie sichern die Partizipation. Nehmen Sie die Diakonie, die Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, wieder in deren Mitte integrieren. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass wir alle das Bedürfnis haben, einen Beruf auszuüben, der diese Bezeichnung verdient, und in den alle unsere Fähigkeiten und Stärken münden. Die Diakonie kümmert sich z.B. darum, dass das auch für Menschen möglich wird, die am ersten Arbeitsmarkt zu wenig Chancen haben.“

Perspektivenentwicklung auch für Kinder und Jugendliche. Ab diesem Jahr Teil Ihres Portfolios. Sind unsere Kinder heute so orientierungslos, ganz ohne Lebensperspektiven, dass dieses Angebot nötig ist?

„Ich arbeite schon seit 2003 mit Kindern und Jugendlichen, zunächst auf Bitten von Eltern, die bei mir in Beratung waren und jemanden suchten, die einen Überblick über den Arbeitsmarkt hat und unparteiisch ist. Daraus entwickelte sich eine befriedigende Arbeit, ich berate junge Menschen zu: “Welcher Beruf/welches Studium passt zu mir?”. Dabei mache ich auch hier – wie oben angesprochen – unbewusste Stärken bewusst und es ergibt sich das individuelle Kompetenzpaket; ich weiß, wo das im Erwerbsleben seinen Ort hat und wie dieser Mensch mit seinen Bedingungen da hin kommt. Voila´´, und schon wandelt sich die Orientierungslosigkeit. Seit 2019 biete ich dazu eine Ausbildung an, den systemischen Kinder- und Jugendcoach fP“

Als gefragte Medienexpertin sind Sie viel unterwegs, nicht nur in Deutschland! Wonach wählen Sie Ihre Hotels und Unterkünfte aus?

„Ein Sternehotel brauche ich nicht, aber eines mit Atmosphäre, an dessen Mitarbeitende ich mich auch nach Monaten gern erinnere.“

Was zeichnet ein gutes Tagungshotel aus? „Auf was könnten Sie mit ihren Seminarteilnehmern am ehesten verzichten? Was ist das ultimative “Must Have”?

Erholung, Rückzug im Klosterhof des Dominkanerkloster

Zugewandte Mitarbeitende, die verstehen, dass ich abends erschöpft bin, Rückzugsmöglichkeiten, und frisch gekochtes Essen. Verzichten kann ich auf Massenabfertigung und Snackbars auf den Fluren. Das ultimative Must have ist allerdings Atmosphäre, bzw. Unverwechselbarkeit, weil das die Lernbereitschaft und Nachhaltigkeit sichert.“

 

 

Kommen wir zurück auf die Stärken. Was schätzen Sie am Spenerhaus als Hotel- und Tagungszentrum in Frankfurt am Main. Wo liegt Ihrer Meinung nach unsere Stärke, wie können wir diese für die Zukunft stärken?

„Es ist ein unaufdringlich evangelisches Haus, was sich in der Innenarchitektur und im Umgang miteinander

ausdrückt, beides ist herzlich, wohltuend zurück genommenund Reiz reduziert, was ich nach einem anstrengenden Seminartag zu schätzen weiß; daneben liebe ich die Lage – in wenigen Schritten bin ich am Main oder in der Schirn, und kann rasch Erholung finden.“

Wie definieren Sie ihr persönliche Stärke, was macht Sie glücklich, woher Schöpfen sie immer wieder Kraft?

„Meine Stärke ist mein Bedürfnis nach der Begegnung mit Menschen der unterschiedlichsten Herkünfte, und meine Fähigkeit, von ihnen zu lernen. Aus Begegnungen schöpfe ich Kraft und sie machen mich glücklich. Da ist mein Beruf natürlich ideal!“

Wann dürfen wir Sie wieder bei uns im Spenerhaus begrüßen?

„Im Spätsommer!“

Wir freuen uns auf Sie, Frau Brigitte Marx-Lang und danken Ihnen in Namen des ganzen Teams für das angenehme Gespräch! Auf bald.

Das Team vom Spenerhaus, April 2019